Christian Fischer

Samstag

5

April 2014

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Das Basisviertel – 15 Minuten Basisarbeit

Veröffentlicht von , veröffentlicht unter Ausbildung

Stellen wir uns als Ausbilder und Führungskraft folgende Situation vor. Man ist in einer Wehr tätig, in der man immer wieder neue Dinge umsetzt. Man hat ein funktionierendes Atemschutznotfallkonzept eingeführt und beübt das regelmäßig, es werden Ausbildungen und Übungen zu patientenorientierter Rettung bei Verkehrsunfällen durchgeführt, es wird also eine stetige Weiterentwicklung betrieben. Und dann kommt die Übung bei der Du anschließend einen der Feuerwehrmänner fragst “also bei der Steckleiter, das hat ja gedauert, also ob Du die noch nie in der Hand gehabt hast”. Und dann kommt die Antwort “habe ich auch seit 2 Jahren nicht mehr…”.

Dann beginnt man zu überlegen. “Aber beim Ausbildungsdienst ‘tragbare Leitern’ Anfang des Jahres als wir das bis zum Umfallen geübt haben” – war er beruflich bedingt nicht da. “Aber bei unseren vier großen Einsatzübungen letztes Jahr als wir mit den Leitern gearbeitet haben” – war er ein Mal Maschinist, zwei Mal Atemschutzgeräteträger und ein Mal auf dem ELW als Sprechfunker”.

Und wenn man gerade so überlegt, dann fallen einem gleich auch noch andere Dinge ein, die sicherlich immer wieder zu kurz kommen. “Das muss man viel öfters üben” heißt es dann. Aber: Wann? Die Übungsdienste müssen ja auch noch viele andere Themen abdecken. Innenangriff, Gefahrgut-Ersteinsatz, Technische Hilfeleistung von klein bis groß,… Wenn wir da drei Abende nur für tragbare Leitern ansetzen, damit jeder auch die Chance hat dran zu kommen…

Und dann die Frage: Muss das wirklich lange dauern? Wie wäre es, wenn man das einfach öfters, aber kürzer übt? Es geht ja nicht um eine Erstausbildung, sondern um die Erhaltung von Wissen und vor allem praktischem Können.

Das Ergebnis ist das Basisviertel. Vor jedem Ausbildungs-/ Übungsdienst wird – ganz egal was auf dem Dienstplan steht – in kleinen Gruppen aus einem festgelegten Katalog an Themen für 15 Minuten ein Thema als Wiederholung geübt. Danach beginnt der eigentliche Dienstabend. Die Themen sind für diese Basisviertel sind dann

Also sechs Themen. Und je nach Anzahl der regulären Dienstabende kommt dann jedes Thema regelemäßig mehrfach im Jahr dran. Wenn der Feuerwehrmann nun aus beruflichen oder privaten Gründen einen Dienstabend verpasst, nichts passiert. Das Thema kommt ja noch an anderen Terminen dran.

Wichtig dabei ist, dass die 15 Minuten (incl. Abbau/ Verräumen der Gerätschaften) eingehalten werden. Egal wie unzureichend das Ergebnis ist, die 15 Minuten dienen nicht dazu, tiefere Ausbildungsmängel einzelner Einsatzkräfte abzustellen. Werden diese erkannt, dann müssen diese gegebenenfalls in zusätzlichen Ausbildungsdiensten abgestellt werden. Die 15 Minuten dienen nur dazu, vorhandene Fertigkeiten zu erhalten und kleinere Unsicherheiten zu beseitigen.

Ach ja. Hinter der Aufzählung der Themen verbergen sich die zugehörigen Handzettel für die Ausbilder/ Gruppenführer als pdf-Dateien. Diese kann man ausgedruckt und einlaminiert (ggf. in mehrfacher Ausfertigung) im Feuerwehrhaus vorhalten. Dann ist der Vorbereitungsaufwand gering und es ist einigermaßen gewährleistet, dass alls Ausbilder zu einem Thema auch in etwas das selbe ausbilden/ erzählen.

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