Christian Fischer

Freitag

12

April 2013

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Ausbildungstipp Zug-Ausbildung

Veröffentlicht von , veröffentlicht unter Ausbildung

Nein, hier geht es nicht um Einsatztaktik. Sondern um Physik. Eben um alles, was mit Ziehen zu tun hat. Es geht um die Möglichkeit, dass umfangreiche Thema praxisnah und begreiflich auszubilden. Dazu “plündert” man am besten die Lehrmittelsammlung des Physiksaals der örtlichen Schule. Und vielleicht leuchten die Augen des dortigen Physiklehrers genauso, wie die meines früheren Physiklehrers, als ich das Material bei ihm leihweise abgeholt habe. “Schön dass sich jemand dafür interessiert. Das lernen die jungen Leute heute gar nicht mehr so” sagte er sinngemäß – also ist auch die einfache Mechanik wieder etwas, das man bei unserem Nachwuchs im Rahmen der Ausbildung nicht als selbstverständlich voraussetzen kann.

Und was kann man im Physiksaal finden?

  • Federkraftmesser
  • Umlenkrollen (fest und lose)
  • Gewichte
  • Stative
  • Schiefe Ebene
  • Reibungsklötze
  • Experimentierwagen

und viele andere Kleinteile. Damit kann man nun im Wechselspiel zwischen Experiment im Labormaßstab, Zeichnung am Flip-Chart und Gerätekunde mit Feuerwehrgerät (vom Rüstwagen oder HLF) die Ausbildung aufbauen – was natürlich heißt, von den Teilnehmern aufbauen lassen. Vom kleinen zum großen sozusagen. Deshalb geht man dazu am besten gleich in die Fahrzeughalle. Und dabei stellen sich dann für manchen Teilnehmer ganz neue Fragen. Wie beispielsweise

  • Wie viel Grad Schrägzug verträgt nochmal der Rahmen des Fahrzeugs, wenn man an den Schäkeln vorne oder hinten am Fahrzeug anschlägt? Wie viel zur Seite? Wie viel nach unten?
  • Wie lang müssen Anschlagmittel sein, damit dieser Winkel eingehalten wird, wenn man an beiden Schäkeln eine Rolle mittig befestigt?
  • In welchem Winkel muss ein Fahrzeug aufgestellt werden, an dem eine Umlenkrolle angebracht wird, damit diese Winkel eingehalten werden?
  • Und überhaupt, das Kräfteparallelogramm als unbekanntes Wesen…

 

Mögliche Themen für die Ausbildung sind also

  • Der direkte, einsträngige Zug
  • Der einsträngige Zug mit Umlenkrolle zu Richtungsänderung
  • Der einfache Flaschenzug
  • Der einfache Flaschenzug mit Umlenkrolle zu Richtungsänderung
  • Physikalische Grenzen der Fahrzeugtechnik
  • Einfluss von Untergründen (hier kann man mit Sand, Wasser,… im Schlamm eingesunkene Räder simulieren) auf die benötigte Zugkraft
  • Einfluss von Schrägen auf die benötigte Zugkraft
  • Richtige Auswahl von Anschlagmitteln
  • Berechnung von einfachen Kräften

 

Von meinem Schreiner habe ich mir dann noch vier dieser Anschlagklötze zusägen lassen. Damit kann man wunderbar verschiedene Anschlagarten (z,B, Seilwinde über lose Rolle an Schäkel am Fahrzeug, Fahrzeug hinter Fahrzeug als “Sicherung”,…) darstellen und die dabei auftretenden Kräfte mittels entsprechende Federkraftmessern zeigen. Und alle vier davon ergeben auch einen Fahrzeugrahmen an dem man zeigen kann, wie schnell ein solcher bei zu starkem Schrägzug zerstört wird. Quasi ein 3D-Kräfteparallelogramm.

 

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