Christian Fischer

Samstag

16

März 2013

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Ausbildungstipp – Gefahren an der Einsatzstelle

Veröffentlicht von , veröffentlicht unter Ausbildung

Vorweg, diese Idee stammt aus dem Ausbilderlehrgang an der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg in Bruchsal.

Ein Thema in der Ausbildung Truppmann Teil 1 ist “Gefahren an der Einsatzstelle”. Oftmals werden hier die Anwärter mit der Gefahrenmatrix „gequält“. Diese hat aber auf Ebene der Truppausbildung nichts zu suchen. Sie dient dazu, Führungskräften ab Gruppenführer aufwärts im Rahmen des Entscheidungsvorgangs einen Anhalt für seine Gedanken zur Frage “welche Gefahren bestehen” zu geben. Natürlich kann man auch Anwärter das Schema AAAACEEEE auswendig lernen lassen und unter E wie „Explosion“  das Thema “Schwungradzerlegung” vermitteln. Und selbstverständlich lässt sich so etwas gut in einem schriftlichen Test am Ende der Grundausbildung abfragen. Aber hat dies wirklich einen praktischen Nutzen für den Einsatz als Truppmann oder Truppführer? Und könnte man die Zeit nicht sinnvoller nutzen?

Für den Vorschlag der Landesfeuerwehrschule benötigt man nur eine große Packung Post-It Klebenotizen. Und einige Gebäude als Lehrobjekte. Als der Objekte haben sich kleine Gewerbebetriebe, Autowerkstätten, aber auch Kellerräume oder selbst normale Wohnungen als ausreichend herausgestellt.

Der Ablauf der Ausbildung: Man begibt sich mit der Ausbildungsgruppe zum Objekt und gibt dort folgenden Auftrag aus: “Stellt euch vor, hier brennt es und ihr müsst unter Atemschutz in das Gebäude hinein. Markiert mit den gelben Aufklebern die Dinge von denen ihr denkt, dass sie euch gefährlich werden könnten. Merkt euch was ihr Markiert habt und warum. Wir treffen uns hier in 10 Minuten wieder.”

Nach Ablauf der 10 Minuten geht man mit der Gruppe durch das Objekt und stellt an jedem der Klebezettel folgende drei Fragen:

  1. Wer hat diesen Zettel da hin geklebt?
  2. Warum/ Was könnte gefährlich sein?
  3. Wie könnte man sich davor schützen?

Und auch ohne eine feuerwehrtechnisches Vorwissen wird es die Gruppe mit “Schwarmintelligenz” schaffen, hier zu Antworten zu kommen die vollkommen ausreichend sind, um das Thema für die Einsatzpraxis zu veränderlichen. In Autowerkstätten werden dann montagegroben Markiert, Brennschneidgeräte/ Schweißgeräte, Lager mit brennbaren Stoffen, die Hebebühnen, Elektroverteiler,… In einem Keller wird Elektroverteiler ebenso markiert wie der Öltank oder die Gaseinspeisung, die Stromkabel an der Decke, die Gasflasche für den Grill, der Reservekraftstoff für den Rasenmäher,…

Auf diese Weise kann man auch dieses Thema aus dem hinaus in die Umgebung verlegen, in der die Einsatzkraft später auf diese Gefahren trifft.

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